Kreisverband Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar

Vorsitzender:
Hartmut Suckow

Tel. d.: 0621-717689-0

erster stv. Vors.:
Michael Tschugg

zweiter stv. Vors.:
Götz Münstermann

Schriftführerin:
Annika Wind



Nachrichten aus dem Kreisverband


 

Dr. fem. Fatale und das nordkoreanische Wahlergebnis

 

Sprechen und schreiben Männer anders als Frauen? Bei der Mitgliederversammlung des DJV-Kreisverbandes Mannheim und Heidelberg gab Simone Burel darauf Antworten - sie ist spezialisiert auf linguistische Unternehmenskommunikation.

 

Führen Sie auch ein erfolgreiches Familienunternehmen - oder sind Sie womöglich einfach Hausfrau und Mutter? Werden Sie von anderen gern als Frauenversteher bezeichnet - dabei sind Sie einfach ein sensibler Mann? „Wörter machen Leute“, sagt Simone Burel und damit war das Oberthema ihres Vortrags während der Mitgliederversammlung des DJV-Kreisverbandes Mannheim und Heidelberg klar: Frauen kommunizieren offenbar anders als Männer. Die Linguistin, die auf Geschlecht und Sprache spezialisiert ist, muss es wissen: Seit einiger Zeit berät sie Firmen in ihren Kommunikationsstrategien. Die sich, wie ihr unterhaltsamer Vortrag zeigte, offenbar in den vergangenen Jahren stark verändern haben: Während etwa der Hersteller Kenwood in den 60er Jahren noch mit einer glücklichen Ehefrau hinter einer Küchenmaschine warb, die sich darauf freute, ihrem Mann ein Essen zuzubereiten, buhlte der österreichische Bierhersteller Ottakringer zuletzt mit jenem eingängigen Werbespruch: „Männer zeigen keine Gefühle, sie schlucken sie herunter.“

 

„Das masculinum scheint das frühere, größere, festere, sprödere, raschere, das thätige, bewegliche, zeugende“ zu sein, schrieb Jacob Grimm 1822 in seiner „Deutschen Grammatik“, während er „das femininum“ als das „spätere, kleinere, weichere, stillere, das leidende, empfangende“ bezeichnete. Simone Burel legte dar, dass sich Unterscheidungen, die in der Sprache existieren, stark auf unsere Wahrnehmung auswirken. Und wie wenig man oft selbst über seinen eigenen Sprachgebrauch reflektiert.

 

Vor der Kür in Form des eloquenten Auftritts der „Dr. fem. Fatale“, wie sich Burel auf ihrer Firmenhomepage nennt, hatten die Götter - oder die Satzung - allerdings die Pflicht in Form von Neuwahlen zum Kreisvorstand gesetzt. Der seit 21(!) Jahren amtierende Kreisvorsitzende Hartmut Suckow hatte bereits im Vorfeld seine Absicht bekundet, nicht wieder zu kandidieren und den Vorsitz einem/einer Jüngeren zu überlassen. Da sich unter den anwesenden fünf Prozent der rund 260 Mitglieder des DJV-Kreisverbandes Mannheim/Heidelberg allerdings niemand fand, der/die dieses Ehrenamt übernehmen wollte oder konnte, zog der gesamte Kreisvorstand die sinngemäße Reißleine. Um den zweitstärksten Verband in Baden-Württemberg einen kommissarischen Vorstand zu ersparen, trat der alte Vorstand geschlossen noch einmal an und wurde mit nordkoreanischem Ergebnis von 100 Prozent der abgegebenen Stimmen und ohne Enthaltungen im Amt bestätigt: Vorsitzender bleibt für die nächsten zwei Jahre der freie Fachjournalist Hartmut Suckow, erster stellvertretender Vorsitzender der freie Journalist und PR-Berater Michael Tschugg. Der zweite stellvertretende Vorsitzende war und bleibt Götz Münstermann, Onlineredakteur bei der Rhein-Neckar-Zeitung, Schriftführerin ist weiterhin die Kulturjournalistin Annika Wind.

 

Text: Annika Wind | Hartmut Suckow