Tageszeitungen: Tendenz zur Annahme des Tarifergebnisses

Stuttgart/Berlin. Die große Mehrheit der DJV-Mitglieder unter den Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen spricht sich für die Annahme des Tarifergebnisses vom 2. Juli mit dem Bundesverband
Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) aus. Das ist das Zwischenergebnis der Voten in mehreren Bundesländern, die der Deutsche Journalisten-Verband in den letzten Wochen durchgeführt hat. Nur in Bayern ist die Abstimmung über das Tarifergebnis noch nicht abgeschlossen.

 

In Baden-Württemberg spiegelt das vorliegende Ergebnis die heterogene Stimmungslage wider:

Knapp 52 Prozent (51,98 Prozent) der abstimmenden Mitglieder haben "Ja" angekreuzt und damit für eine Annahme des Tarifergebnisses gestimmt. Das Ergebnis wird für den DJV Baden-Württemberg bei der Abstimmung in der Großen Tarifkommission bindend sein. 

 

Höchst unterschiedlich fiel die Beurteilung in den einzelnen Redaktionen aus: Es gab Redaktionen mit 100 Prozent Zustimmung, aber auch Redaktionen mit 100 Prozent Ablehnung.

 

Das Tarifergebnis vom 2. Juli war erst am Ende der siebten Verhandlungsrunde und nach intensiven Warnstreiks zustande gekommen. Es sieht einen Anstieg der Redakteursgehälter rückwirkend zum Mai 2018 um 1,9 Prozent vor. Darüber hinaus wird eine Einmalzahlung von 500 Euro fällig.

Zum 1. Mai 2019 werden die Gehälter um weitere 2,4 Prozent angehoben. Zusätzlich gibt es zum 1. März 2020 eine Einmalzahlung in Höhe von 600 Euro. Berufseinsteiger erhalten 135 Euro Gehaltserhöhung zuzüglich 500 Euro Einmalzahlung. Die Vergütungen der Volontäre steigen
um 100 Euro zuzüglich einer Einmalzahlung von 70 Euro. Der neue Gehaltstarifvertrag soll eine Laufzeit bis 31. Juli 2020 haben. Bis Ende 2020 wird darüber hinaus der Manteltarifvertrag in seiner
bestehenden Form verlängert. Außerdem sollen die Onliner der Zeitungsverlage in die Presseversorgung einbezogen werden. Die Honorare der festen Freien und der Pauschalisten sollen linear in gleicher Höhe angehoben werden. Hinzu kommen Einmalzahlungen in Höhe von einem
Viertel des Monatshonorars.

Die als stimmberechtigte Mitglieder der Großen Tarifkommission des DJV angehörenden Landesverbände wollen ihre Zustimmung oder Ablehnung vom Votum der Mitglieder in den jeweiligen Bundesländern abhängig machen. DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring sieht in dem Tarifergebnis einen „vertretbaren Kompromiss, den wir uns so nicht gewünscht haben, der
aber die Kaufkraft der Gehälter und den Manteltarifvertrag sichert und vor allem den journalistischen Nachwuchs überproportional profitieren lässt“.

Die Verhandlungskommission der dju in ver.di hat dieses Ergebnis ohne Zustimmungsempfehlung in die streikbeteiligten Betriebe gegeben.