Auch Medien müssen Journalisten besser schützen

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die Verlage und Sender auf, mehr für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten vor Gewalt und Bedrohungen zu tun. Grundlage für die zu ergreifenden Maßnahmen sollte der Kodex für Medienhäuser sein, der am heutigen Donnerstag vorgestellt wird. Er wurde von Beratungs- und Journalistenorganisationen, darunter der DJV, erarbeitet. Darin vorgesehen ist unter anderem eine feste Ansprechperson pro Medienunternehmen, an die sich Journalisten wenden können, die Opfer von Übergriffen oder Bedrohungen werden. Redaktionen sollen Reportern die Begleitung durch Sicherheitspersonal anbieten, wenn sie etwa zu Dreharbeiten auf Demonstrationen fahren. „Die besorgniserregende Zunahme der Gewalt gegen Journalistinnen und Journalisten bringt es mit sich, dass die Medienhäuser ihrer Verantwortung für die Kollegen gerecht werden müssen“, erklärt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.

 

Der Kodex biete eine Richtschnur für möglichst einheitliches Handeln der Verlage und Sender.

 

Aus Sicht des DJV müssten bei der Gewaltbekämpfung alle Beteiligten an einem Strang ziehen: die Journalisten, die Polizei, die Verlage und Sender. „Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Übergriffen helfen nicht weiter“, so Überall, „es geht um den Blick nach vorn im Interesse der Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen.“

 

Der Kodex für Medienhäuser ist hier zu finden: www.djv.de/schutzkodex Er wurde erarbeitet von:

 

Deutscher Journalisten-Verband

Ver.di

Neue deutsche Medienmacher*innen

Reporter ohne Grenzen

Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt