Erinnerung an Clara Menck: Gedenkabend und neues Stipendium

DJV-Presseausweis (Bild: privat)
DJV-Presseausweis (Bild: privat)

Wer war Clara Menck? 

 

Die Spuren dieser Kulturjournalistin, dieser fein- und scharfsinnigen Beobachterin des Nachriegsdeutschlands sind verblasst. Clara Menck schrieb als freie Autorin für die Stuttgarter Zeitung, die Frankfurter Allgemeine, aber auch für internationale Publikationen oder Zeitschriften wie Der Monat oder die Frankfurter Hefte. Außerdem arbeitete sie für das Radio Stuttgart des späteren Süddeutschen Rundfunks, heute SWR. Außerdem war sie ein frühes Vorstandsmitglied des damaligen Südwestdeutschen Journalistenverbandes in Stuttgart und später des DJV, der heute als Gewerkschaft und Berufsverband die Interessen von Journalist*innen vertritt. 

Ein späteres Passbild von Clara Menck (Bild: privat).
Ein späteres Passbild von Clara Menck (Bild: privat).

 

Wer war Clara Menck? 

 

Geboren 1901 als Klara Tichauer in Berlin, studierte sie zunächst Philosophie in Freiburg und Heidelberg. Sie promovierte 1927, heiratete ein Jahr später ihren Mann Hans Menck und ging mit ihm nach Bonn. 

Nach der Scheidung wenige Jahre später zog sie mit ihren Kindern nach Stuttgart, wo sie sich (mit halbjüdischer Abstammung ohne formale Beschäftigung) in den 30er Jahren bis zum Kriegsende alleinerziehend durchschlug, und versuchte, nicht aufzufallen. 

Arbeitsplatz von Clara Menck (Bild: privat)
Arbeitsplatz von Clara Menck (Bild: privat)

Wer war Clara Menck? 

 

Nach dem Krieg wurde sie eine engagierte Stimme in vielen gesellschaftlichen Debatten der jungen Bundesrepublik: Clara Menck beobachtete, rezensierte, kommentierte, und dokumentierte - etwa die Proteste Freiburger Studierender gegen eine Filmvorführung des "Jud-Süß"-Regisseurs Veit Harlan. Während das Nachkriegsdeutschland sich auf Wiederaufbau, Vergessen und Kalorien-sammeln konzentrierte, arbeitete Clara Menck 1947 in einer Rezension des Romans „Das unauslöschliche Siegel“ die „Erniedrigung des jüdischen Lebens im Dritten Reich“ heraus und bescheinigte dem beliebten Schauspieler Hans Albers eine „abgestandene Männlichkeit“ (1948).

In den 1960er Jahren erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis, noch heute maßgeblich für Qualitätsjournalismus, und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 

In diesem alten Gräberfeld unter einer alten Eiche auf dem Stuttgarter Waldfriedhof liegt Clara Menck begraben.  (Foto: Markus Pfalzgraf)
In diesem alten Gräberfeld unter einer alten Eiche auf dem Stuttgarter Waldfriedhof liegt Clara Menck begraben. (Foto: Markus Pfalzgraf)

Wer ist Clara Menck? 

 

Clara Menck starb 1983 in Stuttgart. Sie wurde auf dem dortigen Waldfriedhof beerdigt. Ihr Grab wurde vor wenigen Jahren schweren Herzens aufgegeben, konnte aber noch gefunden werden. 

 

Im Dezember wäre der 120. Geburtstag von Clara Menck. Ihr zu Ehren wollen wir vom Deutschen Journalistenverband in Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Fritz-Erler-Forum und dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof am

3. Dezember 2021 an diese einzigartige Journalistin erinnern. Dazu haben wir ihre Enkelin ausfindig gemacht und sie mit weiteren Verwandten eingeladen. Neben einer Einführung und Gesprächen über ihr Leben und Wirken wird es auch eine Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Gästen über die Herausforderungen für den Kulturjournalismus damals, heute und in Zukunft geben. Der DJV nimmt die Erinnerung an Clara Menck zum Anlass, ein neues Stipendium auszuloben, was an diesem Abend bekannt gegeben wird. 

 

Besonderer Dank gilt schon jetzt Arianna Menck für die vielen Informationen, Texte und Fotos ihrer Großmutter Clara Menck. 

 

Download
Programm Clara Menck 3.12.2021 Hospitalhof
Alle Informationen zur Gedenkveranstaltung mit Anmeldelink
Programm Clara Menck 3.12.2021 final.pdf
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Update November 2021: Aufgrund der pandemischen Lage muss die Veranstaltung leider verschoben werden. Die Kooperationspartnerinnen suchen derzeit einen Ersatztermin im Frühjahr.