Fachausschuss festangestellte Redakteur*innen und Betriebsrät*innen bei Medienunternehmen


Kurzarbeit und Tariftreue: Die Themen gehen nicht aus

 

Der Fachausschuss festangestellte Redakteur*innen und Betriebsrät*innen bei Medienunternehmen hat sich konstituiert.

 

Die Wahl ist jeweils einstimmig ausgefallen: Christoph Holbein aus dem Kreisverband Neckar/Alb ist neuer und damit auch alter Vorsitzender des Fachausschusses für festangestellte Redakteur*innen und Betriebsrät*innen bei Medienunternehmen, vorrangig Tageszeitungen. Ihm zur Seite steht als Stellvertreter Christofer Menges vom Kreisverband Mannheim/Heidelberg. Das Gremium hat sich viel vorgenommen, deshalb wird es zu einer ersten inhaltlich geprägten digitalen Sitzung noch vor Weihnachten zusammenkommen, denn die Themenliste, die es anzupacken gilt, ist lang und umfangreich.

 

Ganz oben steht da zunächst die Corona-Problematik, die sich ja in den vergangenen Tagen wieder verschärft hat, und die damit auch in einigen Redaktionen verbundene noch immer akute Kurzarbeit. Dazu hat es beim jüngsten Gewerkschafstag einen Dringlichkeitsantrag gegeben, seitens des Landesvorstands auf die Zeitungsverlage einzuwirken, im redaktionellen Bereich zur regulären Arbeit zurückzukehren. Das gilt es zu beobachten vor allem auch mit Blick auf die aktuellen Pandemie-Entwicklungen. 

 

Brandaktuell ist auch die Debatte über die künftigen Gehalts- und Manteltarifverhandlungen. Dazu liegen verschiedene Ideen auf dem Tisch, die der Ausschuss zu sondieren, zu diskutieren und zu kommentieren hat, beispielsweise die Frage nach einer verbindlichen Arbeitszeiterfassung. 

 

Entscheidend für die Arbeit des Ausschusses wird sein, die Kontakte in die Betriebe zu intensivieren, dort Ansprechpartner zu finden und so die Liste der Vertrauenspersonen in den Unternehmen zu aktualisieren und zu ergänzen. In diese Richtung geht auch die Idee, mit den Volontär*innen und dualen Student*innen in den Unternehmen stärker in Kontakt zu kommen, um sich deren Sorgen, Nöte und Anliegen anzuhören, sich für deren Belange einzusetzen und eventuell auf diesem Weg auch Nachwuchs für den Verband zu gewinnen.

 

Weitere Themen, die das Gremium mit fachlicher Kompetenz, Sachverstand und inhaltlichen Anregungen begleiten möchte, sind die Forderungen, den Tendenzschutz abzuschaffen, das Tariftreue-Gesetz bei öffentlichen Vergaben einzuhalten, die Zeitungsverlage zur umfassenden Berichterstattung im lokalen Bereich anzumahnen, und darauf hinzuwirken, journalistische Projekte in den Katalog der gemeinnützigen Zwecke aufzunehmen. 

 

Ein großes Themenfeld sind die Bedrohungen der Presse- und Meinungsfreiheit, vor allem vom rechten politischen Spektrum. Da wird der Fachausschuss seine Expertise einbringen und über sein Netzwerk diese gesellschaftspolitische Debatte begleiten. 

 

Zwischen Kurzarbeit und Tariftreue: Die Themen also werden in den nächsten zwei Jahren der Amtsperiode des Fachausschusses nicht ausgehen - so viel ist sicher.