Offener Austausch zwischen Polizei und Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg

Was sind die konkreten Probleme in der Zusammenarbeit zwischen dem Polizeipräsidium Mannheim und Journalist*innen und Medien in der Region? Das war das Hauptthema bei der Mitgliederversammlung der Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg Ende Februar. Für einen offenen Austausch hatten Patrick Knapp, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und seine Stellvertreterin Sabine Abeln die Einladung der Regionalgruppe angenommen. 

 

 

 

Sabine Abeln und Patrick Knapp diskutieren mit den 

Mitgliedern der Regionalgruppe. Foto: Christoph Bluethner 

 

 

Die konkrete Arbeit mit Journalist*innen in der PR-Abteilung des Polizeipräsidiums macht derzeit etwa 50 Prozent aus, erklärten die beiden Behördenvertreter. Dazu gehören nicht nur Presseanfragen zu konkreten Ereignissen, sondern auch die Sichtung von täglich bis zu 800 Einsätzen. Es werde geprüft, ob ein "Einsatz" relevant für die Öffentlichkeit und damit eine Pressemitteilung sei. Dabei müsse auch auf den gesamten Präsidiumsbereich Rücksicht genommen werden. Für eine Großstadt sei ein Delikt ein möglicherweise weniger interessantes Thema im Vergleich zu einer ländlichen Gemeinde. Das Polizeipräsidium Mannheim ist zuständig für die Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie den Rhein-Neckar-Kreis, also mehr als eine halbe Million Einwohner*innen. 

 

Zwischen 4000 und 5000 Pressemitteilungen schreibt sein Team im Jahr, so Knapp. Darüber hinaus habe seine nominell 12-köpfige Abteilung auch eine Mitarbeiter*innenzeitschrift, die Organisation von Polizeievents und - feiern  oder die gesamte Arbeit auf Social-Media zu stemmen. Vor allem Facebook und X (aka Twitter) seien hier die Netzwerke der Wahl. Man versuche gerade in akuten Situationen sehr viele Menschen über die aktuelle Lage zu informieren. 

 

Einer der Kritikpunkte der Journalist*innen war, dass Pressemitteilungen immer wieder Fehler beinhalten. Die Pressemitteilung der Polizei sei abhängig von den Informationen, die die Streifen zur Verfügung stellen. Aber natürlich sei es das Ziel, so genau als möglich die Öffentlichkeit zu informieren. 

 

Wichtigster Kritikpunkt der Medienvertreter war, dass es keine "Eilmeldungen" mehr für Medienvertreter und Fotografen gibt. Dadurch würden schreibende und fotografierende Journalist*innen immer wieder zu spät von Einsätzen erfahren. Sabine Abeln und Patrick Knapp versprachen hier, das aktuelle Vorgehen zu überprüfen. Zumal die "Schnellinfo an die Presse" in anderen Präsidien immer noch praktiziert wird. 

 

Patrick Knapp hob hervor, dass es beim Polizeipräsidium Mannheim Schulungen für die Kolleg*innen im Streifendienst gibt. Hier werden sie im Umgang mit Medienvertretern und vor allem deren von der Verfassung verbrieften Rechten geschult. Götz Münstermann, wiedergewählter Vorsitzender der Regionalgruppe, sprach das Angebot aus, dass der DJV dafür Journalist*innen zum konkreten und offenen Austausch zur Verfügung stellen könne. Beispielgebend sei hier der Landesverband des DJV, der mit der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg zusammenarbeite. 

 

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand in seinem Amt bestätigt. Götz Münstermann (Rhein-Neckar-Zeitung) bleibt Vorsitzender der Regionalgruppe.  Seine Stellvertreter*innen sind weiterhin Michaela Roßner und Hans-Jürgen Emmerich (beide Mannheimer Morgen) sowie Christian Scharff (SWR Mannheim).